Charité-Transportarbeiter streiken ab Mittwoch

Beschäftigte der Charité-Tochter CFM legen die Arbeit nieder. Pakete, Essen und Proben könnten liegenbleiben. Womöglich sind auch Corona-Tests betroffen.

Ab Mittwoch werden bis zu 250 Transport-Mitarbeiter der Charité in den Streik treten. Das erfuhr der Tagesspiegel vom Weddinger Virchow-Campus der Universitätsklinik. Streiken wollen in Verdi organisierte Beschäftigte der Charité-Tochterfirma CFM.

Die Gewerkschaft fordert für die CFM-Leute jene Löhne, die auch im Stammhaus der landeseigenen Universitätsklinik gezahlt werden. Dort gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, was bis zu 300 Euro Brutto mehr für einen Vollzeitmitarbeiter bedeutet.

Fast 2500 Wachleute, Reinigungskräfte und Transportmitarbeiter arbeiten für die CFM. Wegen der Pandemie werden dort Arbeitskämpfe erst in diesen Wochen wieder geführt. Verdi-Verhandler Marco Pavlik bestätigte auf Anfrage, ab Mittwoch gebe es einen Warnstreik – womöglich legten die Kollegen ihre Arbeit bis Freitag nieder.

Verdi schloss nicht aus, dass sich dabei Transporte von Corona-Tests verzögern. Die landeseigene Charité war vom Senat beauftragt worden, eine Teststrategie zu entwickeln und umzusetzen.

Die CFM teilte mit, man sei „bis zum Rand der finanziellen Möglichkeiten gegangen“, habe deutliche Verbesserungen wie höhere Nachtzuschläge und eine Jahressonderzahlung von 300 Euro angeboten.

Charité macht in der Coronakrise massive Verluste

In der CFM ärgern sich die Beschäftigten jedoch auch darüber, dass am Charité-Virchow-Campus im Juli eine Privatfirma beauftragt wurde, Essen auszuliefern. Eigentlich ist das CFM-Aufgabe. Durch den Einsatz der externen Firma solle, so lautet der Vorwurf, die potenzielle Streikmacht der CFM-Mitarbeiter geschwächt werden.

Die CFM war 2006 unter dem früheren rot-roten Senat aus dem Charité-Tarifsystem ausgegliedert worden. Seitdem gehörte die Tochterfirma jahrelang zu 51 Prozent der Universitätsklinik, zu 49 Prozent einem Privatkonsortium aus Dussmann, Vamed und Hellmann.

Quelle: Tagesspiegel

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