Krankenhaus-Streik! „Es reicht nicht, wenn die Leute auf dem Balkon klatschen“

Erst mal war es nur ein Streik light: Rund 100 Mitarbeiter vom Sana Klinikum Lichtenberg legten am Donnerstag in der Mittagspause symbolisch die Arbeit nieder. Wenn es keine Einigung gibt, könnte es bald einen harten Arbeitskampf geben.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Angestellten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Grund sind die laufenden Tarifverhandlungen. Aktuell liegt das Gehalt der Beschäftigten in dem privaten Klinikkonzern zehn Prozent unter dem öffentlichen Tarif.

In der letzten Verhandlungsrunde hatte Sana eine Einmalzahlung von 500 Euro angeboten. Tariferhöhungen seien aber nicht vor dem nächsten Jahr geplant. Daher lehnte die Verhandlungskommission das Angebot ab.

„Es ist viel Geld an die Aktionäre geflossen“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Ben Brusniak (37). „Die Beschäftigten sollten von dem profitieren, was sie erwirtschaftet haben“.

Der Ärger unter den Demonstranten ist groß – gerade angesichts der Leistungen während der Corona-Krise. „Wir sind systemrelevant“, sagt Sophia Köbele (47), Krankenschwester für Intensivmedizin. „Diese Arbeit gehört finanziell endlich wertgeschätzt. Es reicht nicht, wenn die Leute auf dem Balkon stehen und klatschen.“

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 14. September statt. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, könnten aus dem Streik light harte Arbeitskampfmaßnahmen werden, hieß es …

Quelle: Berliner Zeitung

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