Warnstreiks in Niedersachsen und Bremen gehen heute weiter

Die Gewerkschaft ver.di ruft heute erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. In Hannover soll die Arbeit in Schwimmbädern und Behörden ruhen, in Bremen bei Gebäude- und Straßenreinigung.

Am Mittwoch waren Beschäftigte an mehreren Orten in Niedersachsen zu Ausständen aufgerufen. Der Warnstreik betraf mehr als 20 Einrichtungen, unter anderem die Krankenhäuser des Klinikums Region Hannover sowie die Krankenhäuser Lüneburg und Osnabrück. Allein in den Krankenhäusern des Klinikums Region Hannover beteiligten sich nach ver.di-Angaben rund 500 Mitarbeiter. „Gerade noch wurde den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge und speziell im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert“, sagte Stefanie Reich von ver.di. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung nichts mehr wissen – das passt nicht zusammen.“ In Osnabrück protestierten Beschäftigte der Stadt mit einem Warnstreik-Spaziergang. Laut einer Gewerkschaftssekretärin haben die Streiks in Osnabrück für die Bürger keine größeren Auswirkungen. Das Klinikum in Wolfsburg war anders als zunächst angekündigt nicht betroffen.

Nächste Verhandlungsrunde am 22. Oktober

Ver.di verlangt für die Beschäftigten 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Am 22. und 23. Oktober wird weiterverhandelt.

Dienstag stand der Nahverkehr still

Am Dienstag hatte es in Niedersachsen parallel dazu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr gegeben. Schwerpunkt waren Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Goslar und Göttingen. Allein in der Landeshauptstadt waren laut Schätzungen eines Üstra-Sprecher rund 400.000 Fahrgäste betroffen. Die Verkehrsbetriebe hatten zuvor ihren Gästen geraten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. In den Städten kam es durch das erhöhte Verkehrsaufkommen teilweise zu Staus. Größere Beeinträchtigungen im Straßenverkehr habe es angesichts der Vorankündigungen aber nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover. Die Pendler hätten sich gut vorbereitet.

Nahverkehr soll in bundeseinheitlichen Rahmentarifvertrag

Ver.di fordert für die insgesamt 87.000 Beschäftigten Nahverkehr den Einstieg in einen bundesweiten Rahmentarifvertrag. Zwar gehört auch der öffentliche Nahverkehr zum öffentlichen Dienst – mit den aktuellen Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft aber nichts zu tun.

Quelle: NDR

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