Militanter Arbeitskampf in Iphone-Fabrik in Südindien

Die neuste Ausfertigung des Iphone von Apple kostet derzeit etwa 1200 Euro. Das ist etwa so viel wie das Jahresgehalt eine:r Arbeiter:in in der Iphone-Fabrik Wistron Infocomm Manufacturing im südindischen Karnataka. Wegen ausstehenden Lohnzahlungen und gekürzten Gehältern ist es in der Mega-Fabrik dort am Wochenende zu einem militanten Arbeiter:innen-Aufstand gekommen. Es gab über 150 Festnahmen.

Eigene Fabriken hat Apple nur sehr wenige – unter anderem im irischen Corck, wo iMacs hergestellt werden. Ansonsten besteht das Geschäftsmodell des Unternehmens darin in Subunternehmen produzieren zu lassen.

Zuletzt wollte sich der US-Konzern jedoch strategisch breiter aufstellen und auch in Indien produzieren. Seit Anfang 2020 geschieht dies in einer Fabrik des taiwanesischen Konzerns Wistorn auch in Narsapura im Distrikt Kolar im (eher südlichen) indischen Bundesstaat Karnataka. Nach unterschiedlichen Angaben sollen dort zwischen 8.200 und 15.000 Menschen arbeiten.

Apple gilt als das wertvollste Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von über 2000 Milliarden Dollar. Im Jahr 2019 machte es etwa 55 Milliarden US-Dollar Gewinn. Dieser Profit entsteht auf dem Rücken von Arbeiter:innen und ihren Rechten.

Aufstand der Arbeiter:innen

So ist es im Werk in Narsapura am Wochenende zu einem militanten Arbeiter:innen-Aufstand gekommen. Wie labournet.de berichtet, entwickelte sich am Freitag-Abend eine Diskussion unter den Arbeiter:innen über nicht ausgezahlte Löhne und Überstunden, bei der sich zeigte, dass dies viele hunderte Menschen betraf.

Laut der taz seien bei Ingenieursabsolvent:innen ein Lohn von 235 Euro (21.000 Rupien) pro Monat versprochen worden, doch das Gehalt wurde in den vergangenen Monaten schrittweise auf 134 Euro (12.000 Rupien) gesenkt. Das monatliche Gehalt von einfachen Arbeiter:innen sei auf  90 Euro gekappt worden.

Während des Schichtwechsels traten dann die Arbeiter:innen in den Streik. Wie Videos zeigen wurde Glasscheiben und Türen zerschlagen, Autos zerstört und in Brand gesetzt.

Zudem wurden auch tausende von iPhones von den Arbeiter:innen, die diese selbst produziert hatten, mitgenommen. Die Polizei reagierte mit Repression und soll über 150 Arbeiter:innen festgenommen haben, was zu einer Überfüllung des Gefängnis in Kolar geführt haben soll.

Weder das Unternehmen noch Apple haben bisher offiziell Stellung genommen. Nach Angaben des Wirtschaftsnachrichten-Dienstes Bloomberg hat Apple eigene Mitarbeiter nach Kolar geschickt um den Vorfall zu untersuchen. Es gab Überlegungen in dem Werk ab 2021 auch das neuste Iphone zu produzieren. Derzeit sind es noch ältere Modelle wie das Iphone SE oder das iPhone 6s.

Quelle: Perspektive Online

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