Schaeffler: Der Arbeitskampf geht weiter

Wie sehen die Arbeitnehmer ihre Zukunft bei Schaeffler in Höchstadt? Sie haben alternative Konzepte vorlegt. Weniger Arbeitsplätze sollen verloren gehen. Die Verhandlungen laufen.

Bei Schaeffler in Höchstadt kann sich der Betriebsratsvorsitzende Roland Holler vor Videokonferenzen kaum retten. Seit der Automobilzulieferer im September 2020 seine weitreichenden Abbaupläne in Deutschland angekündigt hat, ist Holler dabei Widerstand gegen die Pläne zu organisieren, die Maßnahmen des Konzerns zu prüfen und Alternativen zu entwickeln.

Für Donnerstag, 21. Januar, sind in der Sparte „Industrie“ Sondierungsgespräche mit dem Arbeitgeber angesetzt. „Unsere Strategie wird sein, einen soliden Zukunftsplan für Schaeffler Höchstadt zu verhandeln – mit einem starken Personalstand und einem effizienten Produktportfolio.“

Schaeffler-Standort Höchstadt mit anderen gemeinsam

Was heißt das genau? Holler hält sich mit konkreten Aussagen zurück, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Es ist aber zu erfahren, dass für die betroffenen Standorte im Bereich „Industrie“, zu denen neben Höchstadt und Schweinfurt auch Eltmann und Wuppertal gehören, ein gemeinsames Alternativpaket vorliegt.

„Auch dieses Konzept sieht vor, dass Produkte wegfallen oder innerhalb der Standorte verschoben werden – aber es soll auch Bereiche geben, die ausgebaut werden beziehungsweise neu dazukommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Metall. Roland Holler betont: „Es gingen deutlich weniger Arbeitsplätze verloren.“

Warnstreiks im Geiste

Zur Unterstützung bei der Ausarbeitung der Zukunftspläne hat der Betriebsrat die arbeitnehmernahen Berater des „Info-Instituts“ beauftragt. In sechs Terminen wurden die Gutachten dem Arbeitgeber vorgestellt. Am Donnerstag geht es darum, Detailfragen zu klären.

„Normalerweise würden wir diese Phase mit Warnstreiks begleiten“, sagt Holler. „Aber in Corona-Zeiten können wir keinen Rabatz machen.“ Auch die Information der Mitarbeiter und die Abstimmung untereinander sei deutlich erschwert.

In Höchstadt geht es nicht nur in die Sparte „Industrie“, sondern auch um den „Werkzeugbau“. Hier laufen ebenfalls Sondierungsgespräche, nachdem die Arbeitnehmer ihre Alternativkonzepte vorgelegt haben.

Stellenabbau angekündigt

Im September 2020 hatte der Schaeffler-Konzern mit dem Programm „space“ weitreichende Abbaupläne angekündigt. Insgesamt möchte der Konzern in Deutschland 4 400 Arbeitsplätze an 17 Standorten abbauen. Sechs Standorte sollen zudem gänzlich geschlossen, verlagert oder verkauft werden. Dagegen hat sich Protest formiert.

„Ich bin seither mit nichts anderem mehr beschäftigt“, sagt Holler. Martin Feder, der vonseiten der IG Metall die Verhandlungen begleitet, drückt es so aus: „Wir möchten unter dem Begriff „fair Space“ die Alternativen sammeln, die sowohl Gewinne sichern, aber die Belange der Arbeitnehmer und ihre Standorte sehr viel stärker würdigen.“

Quelle: Nordbayern.de

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