Über 400.000 Arbeiter:innen beteiligten sich an Warnstreiks

Anfang März ist die „Friedenspflicht“ in der Metall- und Elektroindustrie ausgelaufen – und Gewerkschaften dürfen zu Streiks aufrufen. Bisher hat die IG Metall nur kurze Warnstreiks durchgeführt, dafür aber mit hoher Beteiligung. Rund 410.000 Beschäftigte sollen bisher an Arbeitsniederlegungen teilgenommen haben.

Das geht aus einer Pressemitteilung der IG Metall hervor. Sie spricht von einer weiterhin hohen Bereitschaft zum Warnstreik in der Metall- und Elektroindustrie. In den ersten beiden Wochen nach Ende der Friedenspflicht seien bundesweit rund 410.000 Beschäftigte ihrem Aufruf gefolgt, die Arbeit vorübergehend niederzulegen. In der ersten Märzwoche hatten sich rund 250.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. In dieser zweiten Woche seien bis zum Freitag weitere 160.000 hinzugekommen.

Allein am Freitag sollen demnach rund 61.200 Beschäftigte aus mehr als 250 Betrieben in den Ausstand getreten sein. Weitere Warnstreiks folgen heute in den Spät- und Nachtschichten. Auch für die nächste Woche sind wieder bundesweit Warnstreiks und Aktionen geplant.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen wurden vielerorts neue Aktionsformen gefunden: So fanden Kundgebungen in Autokinos, in Form von Autokorsos oder als Menschenkette mit Abstand sowie Livestreams satt.

Gewerkschaft wäre mit Nullrunde zufrieden – Kapital will noch weniger

Die IG Metall fordert derzeit ein Volumen von vier Prozent Erhöhung, das je nach Situation der Betriebe zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder zur Finanzierung von Maßnahmen der Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann.

In Betrieben, von denen eine 4-Tage-Woche gefordert werde, sollen diese 4 Prozent für einen Teillohnausgleich verwendet werden. Doch für die Beschäftigten könnte das am Ende bedeuten, zwar weniger zu arbeiten, aber auch bis zu 20 Prozent weniger Geld im Portemonnaie zu haben.

Auch dort, wo Lohnerhöhungen erkämpft werden sollen, sieht es die IG Metall mit ihrer 4-Prozent-Forderung nicht so genau: 2021 werde man „darauf bestehen, dass die Realeinkommen gesichert werden“, so IG-Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann Ende Januar. Konkret bedeutet das, dass die Gewerkschaft mit einer Nullrunde zufrieden wäre.

Die Kapital-Seite rund um den Verband „Gesamtmetall“ lehnt bisher jegliche Forderungen ab und fordert ein einfaches „weiter so“ – was einem Reallohnverlust gleichkommt.

Am Verhandlungstisch ist bisher keine Lösung in Sicht. Am Freitag war die vierte Verhandlungsrunde im Bezirk Mitte ohne Ergebnis beendet worden, so wie bereits am Dienstag die Verhandlungen im Bezirk Baden-Württemberg erfolglos blieben. Die nächste Verhandlung findet am Montag statt. Es handelt sich um die 5. Verhandlungsrunde im Bezirk Nordrhein-Westfalen.

Quelle: Perspektive Online

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