Aufruf zum Solidaritätsmonat mit den ArbeiterInnen bei Dragon Sweater in Bangladesch

Basis-Gewerkschaften rufen auf zum Solidaritätsmonat mit den ArbeiterInnen der Textilfabrik Dragon Sweater in Bangladesch auf

Was bisher geschah..

1994 Dragon Sweater and Spinning Limited wird als Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Bangladesch eingetragen. Viele der Arbeiter*innen, die jetzt entlassen wurden, haben zu dem Zeitpunkt auch dort angefangen zu arbeiten.

2012 Dragon Sweater (Dragon Group) wird zu einer Aktiengesellschaft.

Februar/März 2020 Die CoViD-19 Pademie wird vom Dragon Group Management als Vorwand genutzt, um einen Großteil der Belegschaft (etwa 6.000 Arbeiter*innen) zu entlas-sen. Löhne und Bonuszahlungen (von denen viele abhängig sind) werden unterschlagen.Anmerkung: Ein Großteil der Belegschaft ist zu diesem Zeitpunkt in der kämpferischen Gewerkschaft Garment Workers’ Trade Union Center (GWTUC) organisiert. Es liegt der Verdacht nahe, dass die Pand-emie als Gelegenheit gesehen wurde, die Arbeiter*in-nen loszuwerden, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpften.

März 2020 Die Arbeiter*innen von Dragon Sweater beginnen mit Protesten in der Fabrik in Malibag (einem Viertel in Dhaka) und vor dem National Press Club.

Juni 2020 Die Textilarbeiter*innen blockieren das Arbeitsministerium und tragen ihren Protest gemeinsam mit Arbeiter*innen weiterer Fabriken, welche ebenfalls für die Auszahl-ung ihrer Löhne kämpfen, zum Büro des Premierministers.

Juni 2020 Das Dragon Sweater Management bemerkt die internationale Vernetzung und nimmt Kontakt mit der Internationalen Konföderation der Arbeiter*innen (IKA) sowie der Global May Day Plattform auf, um das eigene Vorgehen zu rechtfertigen und die Gewerk-schaft vor Ort zu diffamieren. Die IKA und GWTUC reagieren und verfassen Antworten. Der Schriftverkehr wurde veröffentlicht.

Juni/Juli 2020 Unter anderem die FAU (Freie Arbeiter*innen Union) in Hamburg und Freiburg sowie die IWW (Industrial Workers of the World) in Bristol und Hamburg halten Kundgebungen vor Klamottenketten ab, um den Forderungen der Arbeiter*innen von Drag-on Sweater Nachdruck zu verleihen. Auch in Dhaka gehen die Lohnabhängingen der Fabrik erneut auf die Straßen.

Juli 2020 New Yorker kontaktiert die FAU Hamburg und die GWTUC, um mitzuteilen, dass sie unter diesen Umständen die Dragon Group auf eine „schwarze Liste“ setzen und ihnen somit keine weiteren Aufträge erteilen werden. Wir warten jedoch weiterhin auf eine öffentliche Erklärung von New Yorker! Solange diese nicht erfolgt, richtet sich der Protest auch weiterhin gegen New Yorker. Weder von Lidl noch von Walmart kam (bisher) eine sachgemäße Rückmeldung.

Juli 2020 Die Basisgewerkschaft FOB (Brasilien) schließt sich der Bewegung an. Die IKA Arbeitsgruppe Asien zusammen mit der GWTUC sowie der IWW Irland beschließen zu einem Weltweiten Monat der Solidarität mit den Arbeiter*innen bei Dragon Sweater aufzurufen #UnitedAgainstTheDragon ist geboren.

August 2020 Der internationale Druck zeigt erste Ergebnisse. Arbeiter*innen, Besitzer sowie Vertreter*innen der Regierung setzen sich zusam-men, um über Lösungen zu verhandeln. Die Fab-rikbesitzer spielen jedoch weiterhin auf Zeit und verweigern den Arbeiter*innen die Auszahlung der ihnen zustehenden Löhne und Boni. Außer-dem steht die Drohung im Raum, die Fabrik in eine andere Stadt zu verlagern. Weitere Treffen wurden angekündigt…

Was haben wir mit den Leuten in Bangladesch zu tun?

Als Konsument*innen sind wir ein wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette. Diese beginnt mit der Ernte auf den Baumwollfeldern, geht in den Spinnereien, Nähereien und Färbereien weiter und endet nach umfangreicher Logistik in unserem Kleiderschrank. Der größte Gewinn wird hier gemacht – wo die ganzen Sachen verkauft werden. Somit haben wir auch Möglichkeiten, Druck aufzubauen, um die Textilar-beiter*innen bei Dragon Sweater zu unterstützen.

Das kapitalistische System wirkt weltweit. Und so gibt es auch überall Ausbeutungsverhält-nisse. Klar, die Bedingungen und Lebensstandards sind sehr unterschiedlich, aber wir alle müssen uns dem Arbeitsmarkt anbieten und unsere Zeit und Energie zur Verfügung stellen, allein, um unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen. D.h., um ein Dach über dem Kopf zu haben, unseren Kindern Essen zu kaufen oder einfach zur Ärztin gehen zu können. Auch wenn hier viele von uns im Zweifelsfall von einem sozialen Netz aufgefangen werden, gilt das nur für diejenigen, die sich gewissen Spielregeln unterwerfen. Am Ende sitzen wir so alle in einem Boot, egal ob hier oder in Dhaka.

Und wenn wir uns gemeinsam weigern das Spiel mitzuspielen, können wir die Spielregeln ändern.

Lassen wir uns nicht spalten! One World – One Struggle! Mit dieser Aktion beteiligen wir uns übrigens am Monat der Solidarität mit den Arbeiter*in-nen bei Dragon Sweater (15.08. – 15.09.2020). Dieser wird weltweit koordiniert. In vielen Regionen der Welt finden Aktionen vor Filialen von Lidl, New Yorker und Walmart statt.

Quelle: globalmayday.com