Keine Chance für die Nachtschhicht!

Wie man den Chef nach den ersten 5 Minuten der Abteilungsbesprechung zur Weißglut treiben kann und dadurch erfolgreich die Einführung einer Nachtschicht abwenden kann?

Das zeigen kämpferische Kolleg:innen in den Wartungshallen eines süddeutschen Bahnunternehmens in einer Branche die ebenfalls von Stellenabbau und Erhöhung der Arbeitshetzte betroffen ist.

Abteilungsversammlung wird zum Desaster

Früh- und Spätschicht wurden zum Schichtwechsel zur Abteilungsversammlung einberufen. Der Chef höchstpersönlich hatte eine Präsentation über die geplante Einführung einer Nachtschicht im Gepäck. Mehr Arbeitsleistung durch die Nachtschicht bei gleichem Personalbestand sollten mit bunten Folien schmackhaft gemacht werden. Keine 5 Minuten ließen sich das die Kolleg:innen gefallen, die schon jahrelang im Schichtbetrieb buckeln. Mit selbstbestimmten Wortmeldungen wurde der Frust über die jetzt schon mangelhaften Arbeitsbedingungen und die hohe Arbeitsbelastung abgelassen und deutlich gemacht:

Es braucht mehr Personal, mehr Lohn, weniger Züge pro Tag und bessere Arbeitsmaterialien statt einer Nachtschicht. Auch die Beschwichtigungsversuche durch den Betriebsrat und die Personalabteilung konnten abgewehrt werden und eine geschlossene Haltung der Kolleg:innen in der Halle zum Ausdruck gebracht werden. Nach dreißig Minuten verließ man selbstbestimmt die Besprechung. Diese Aktion zeigt klar, dass man Erfolg haben kann, wenn man den Mund auf macht und sich zur Wehr setzt gegen Angriffe auf unsere Arbeitsbedingungen.

Dieser Erfolg war nur möglich, weil die Kolleg:innen täglich im engen Austausch über die Auswirkungen der Arbeit stehen und auch den Schichtwechsel und den Feierabend nutzen um gemeinsam über ihre Interessen als Beschäftigte in der Halle zu diskutieren. Nur so konnte man auch Spaltungsversuche durch den Chef verhindern und mit einer geschlossenen Haltung auftreten.

Widerstand lohnt sich und er beginnt im Arbeitsalltag!