Am Montag ermordete ein Mann sechs Mitarbeiter:innen einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade. Bei dem Täter handelte es sich um einen Vater, welchem mitgeteilt werden sollte, dass seine Tochter nicht in den Haushalt zurückkehren, sondern mit ihrer Mutter dauerhaft in der Mutter-Kind Einrichtung untergebracht werden soll. Zuvor soll es zu Misshandlungen der Tochter gekommen sein.
Medial wird einerseits von einer „Familientragödie“, oder einer „Amoktat“ gesprochen. Andererseits wird der migrantische und familiäre Hintergrund des Mannes – der in Deutschland geboren wurde – in den Vordergrund gerückt. Beides verschleiert, dass vor allem über folgende bittere politische Realitäten gesprochen werden muss:
- Dieses System produziert Männer, die in ihrem patriarchalem Denken Besitzansprüche gegenüber ihren Partnerinnen und Töchtern erheben und diesen vermeidlichen Anspruch bis zum Mord durchsetzen wollen.
- Beschäftigte der Sozialen Arbeit sind einem hohen Risiko in ihrer Arbeit ausgesetzt, da sie oftmals dort arbeiten, wo sich die Widersprüche dieses Systems besonders offen zeigen. Die Arbeit mit gewalttätigen Menschen gehört hier zum Alltag dazu und ein sicherer Umgang in dieser Arbeit erfordert personelle Ressourcen und professionelle Fortbildungen. Die Kürzungen im sozialen Bereich werden noch mehr Leben gefährden.
Unsere Trauer gilt den Angehörigen und Betroffenen – unsere Wut gilt einem System was jeden Tag patriarchales Verhalten produziert und zugleich dort kürzt, wo Leben geschützt werden.





